Kurzzeiteinsatz 2011 – Bericht von Barbara

Begonnen hat mein Sommereinsatz 2011 auf Madagaskar mit einem Traum, den ich vor ca. zwei Jahren hatte: Jesus begegnete mir, Er rief mich mit zarter Stimme bei meinem Namen: „Barbara“, und führte mich hinter einen Vorhang, wo Er mir Sommerkleider gab und einen Strohhut. Er sagte zu mir: „Alles, was du brauchen wirst, werde Ich dir geben!“

Barbara während des Trainings von Mitarbeitern des Restaurants und der Schulkantine beim gemeinsamen Zubereiten neuer Gerichte

An diesen Traum erinnerte mich der Heilige Geist, als ich im Jänner dieses Jahres überlegte, wohin ich im Sommer 2011 fahren sollte. Ich wusste also, dass es in ein heißes Land ginge und dass ich dorthin nicht auf Urlaub fahren würde sondern im Dienst Jesu.

So machte ich mich auf die Suche nach dem „Wohin“, der Heilige Geist führte mich schließlich nach Madagaskar, wo ich dann für sieben Wochen war. Ich hatte verschiedene Trainings sowohl in einem Restaurant in dem Städtchen Port-Bergé als auch an einer „Primary school“ und an einer „Secondary school“ in Ambohitsara mitten im Busch im Nordwesten Madagaskars.

Ich hatte keine Ahnung, was mich dort erwarten würde, doch ich wusste, dass Jesus mit mir sein werde, dass Er mich mit allem, was ich brauchen würde, ausstatten würde, dass ich unter seiner Gnade stehen werde und unter Seinem Schutz. So flog ich dann am 19. Juli 2011 nach Madagaskar und war sehr entspannt.

Von Anfang bis zum Ende meines Einsatzes konnte ich Gottes Führung erfahren, Er gab mir Weisheit und das nötige Know-how für die diversen Trainings. Auch hatte ich vom ersten bis zum letzten Tag überhaupt keine gesundheitlichen Beschwerden.

Barbara mit Übersetzerin während eines Trainings der Lehrer

Die Menschen dort sind äußerst freundlich, wohlwollend und gastfreundlich. Ich konnte sie ermutigen und ihnen wertvolle Tipps geben und neue Ideen weitergeben. Ich konnte vieles von ihnen selber rausholen, sodass sich ihr Selbstvertrauen stärken konnte.

Auch konnte ich in den örtlichen Gemeinden Gottes Wort weitergeben und für viele Menschen beten. Jeder, für den ich um Heilung betete, wurde im Namen Jesu geheilt. So wurde z.B. der Dorfälteste wieder sehend (er konnte wieder seine Ochsen sehen, nachdem er fast blind war), eine Frau wurde von ihren einjährigen Kopfschmerzen befreit, ebenso von ihrem Magenleiden und von ihren permanenten Rückenbeschwerden, ein Kind wurde von Malaria geheilt, eine junge Lehrerin, die von einem Skorpion gebissen wurde, hatte nach einem Tag keine Beschwerden mehr, ein 5-jähriger Junge wurde von hohem Fieber frei, …, die Liste ginge noch lange weiter.

Die jungen Lehrer im Busch gehen neu gestärkt und motiviert in das neue Schuljahr. Ich war erschüttert, wie diese Lehrer unterrichten müssen. Außer Schulräumen, einer Tafel und eigenen Schulbüchern haben sie absolut nichts – keine Materialien für den Unterricht, kein Anschauungsmaterial, einfach nichts. Erschütternd! Und dennoch werden ca 280 Schüler täglich unterrichtet und die machen gute Fortschritte!

Barbara mit Dorfkindern

Auch leben die Menschen im Busch äußerst einfach: ohne Strom, ohne Möglichkeiten mit der Außenwelt zu kommunizieren, kein Wasser vor Ort (muss täglich mit dem Ochsenkarren geholt werden – ca. 20 Minuten Fahrzeit einfach!), kein Herd (gekocht wird am Boden auf kleinen Holzkohleöfchen), nur ein Raum für jeweils eine Familie, erreichbar nur zu Fuß oder mit Ochsenkarren (30 km von der nächsten Stadt entfernt, d.h. ca. 8 Stunden Geh- bzw. „Fahrzeit“), keine ärztliche Versorgung, kein „Geschäft“, nicht einmal ein Markt, …, doch die Menschen scheinen gut damit zurecht zu kommen.

Für mich war diese Lebenssituation eigentlich keine Herausforderung, denn ich bin gewohnt, mich auf die jeweilige Situation einzustellen. Die einzige Herausforderung waren die nächtlichen Besuche der Ratten, die, sobald es in meinem Zimmer dunkel war, oben im Dachstuhl am Gebälk hin- und herliefen, Schmutz herunterwarfen, piepsten, nagten und teilweise recht laut waren. Doch ich gewöhnte mich recht bald an die Besucher und fand sie nach einigen Nächten gar nicht mehr so schlimm, denn ich war ja unter meinem Moskitonetz geschützt und sie besuchten mich ja nicht in meinem Bett!

Es liegt mir am Herzen, diese kostbaren Menschen wieder zu besuchen und ihnen zu dienen, sobald der Herr Jesus Finanzen und Zeit freisetzen wird.

Barbara Niederwanger, 59 Jahre, Sonderpädagogin

Missionseinsatz vom 19.07. bis 05.09.2011

In unseren Online-Bilderalben finden Sie weitere Bilder von den Kurzzeitmissions-Einsätzen 2009 und 2010.

Siehe auch: Allgemeine Informationen zu einem Kurzzeiteinsatz im Missionszentrum Port-Berger, Madagaskar

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