Leben in den Dörfern von Madagaskar – Beispiel „Ambohitsara“ - Teil 2

Wie das Leben der Familien in Madagaskar, und vor allem in Dörfern wie 'Ambohitsara' aussieht, kann man sich trotz der vielen Informationen durch HOPE PROJEKTE kaum vorstellen.

Die folgende Geschichte soll das Leben der Menschen gut verständlich wiedergeben. Sie vermittelt ein lebhaftes Bild von dem was es bedeutet unter solchen Umständen, wie sie dort im Moment noch herrschen, zu (über-)leben und welche Rolle die Hope Projekte im Leben dieser Menschen spielt.

Es ist halb sechs, immer noch dunkel und Zeit für die Schule. Zur Schule geht es nicht mit Bus & Bahn sondern zwei Stunden zu Fuß über Land. Manche Schüler haben Glück und besitzen ein Fahrrad. Der Unterricht  beginnt um halb acht und Ezoel und seine Schwester machen sich auf den Weg, denn sie wollen pünktlich sein, keinen Unterrichtsstoff verpassen. Ezoel und Saida möchten hier das Abitur machen um studieren zu können, denn Gott sei Dank ist das durch die Schule in Ambohitsara möglich geworden. Hier, in diesem Niemandsland, gibt es endlich ein Bildungszentrum, das mit dem Niveau der Hauptstadt Antananarivo mithalten kann. Die ursprüngliche Schule hier war eine kleine gammelige Hütte, in der der Unterricht stattfand, wenn der Dorfschullehrer mal Zeit dafür hatte, also nur wenige Tage pro Woche und das auch nur bis zu dritten Klasse. Danach gab es nichts mehr.
Die Lehrer an der Schule der HOPE PROJEKTE sind, im Gegensatz zum Dorfschullehrer, staatlich, bzw. sehr gut ausgebildet. Dem straffen Unterrichtsstoff zu folgen ist nicht immer leicht und die Hitze (manchmal 38°C, keine Klimaanlage) schwächt den Konzentrationswillen.

Zafiline möchte nach der Schule eine Ausbildung machen. Denn auch das ist hier möglich. Eine Krankenstation ist der Schule anhängig,  und dort möchte sie gerne arbeiten. Man erzählt sich, dass hier ein Krankenhaus entstehen soll und auch dort würde sie gerne mitwirken.

Vater Sergino gefiel der Gedanke zu Anfang nicht, dass seine Kinder in die Schule und nicht den traditionellen Weg gehen. Seit den Zeiten der Ahnen wurden nämlich die Töchter schon frühzeitig verheiratet, i.d.R. mit 13 Jahren, und die Jungen arbeiteten  ab 8 Jahren als Rinderhirte bei reicheren Familien, als Entlohnung gab es 1 Kalb pro Jahr mit dem der Lebensunterhalt der Familie gesichert werden konnte. Doch nun ist er sehr stolz auf seinen Sohn Ezoel, denn er ist einer der Besten der gesamten Schule geworden, obwohl er zuvor nach der dritten Klasse die Schule abbrach um Rinderhirte zu werden. 
Durch das ASAMA Programm, ein straffes Förderungsprogramm der Hope-Projekte Madagaskar,  konnte er wieder in den normalen Unterricht eingegliedert werden. HOPE PROJEKTE nutzt das staatliche ASAMA Programm in Ambohitsara, um Schulabbrechern und älteren Schulanfängern eine Chance zu geben, doch noch einen guten Schulabschluss hinzulegen. Nach einem Schuljahr schreiben die Teilnehmer die gleiche Prüfung (CEPE) wie alle Grundschüler der 6. Klasse. Aufgrund des straffen Zeitplans der Schüler, werden sie von HOPE PROJEKTE finanziell gut unterstützt (Schulmaterialien, Schulkantine, Krankenhaus..), damit sie nicht nebenbei noch arbeiten müssen.

 

Fortsetzung folgt…

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