Leben in den Dörfern von Madagaskar – Beispiel „Ambohitsara“ - Teil 1

Wie das Leben der Familien in Madagaskar, und vor allem in Dörfern wie 'Ambohitsara' aussieht, kann man sich trotz der vielen Informationen durch HOPE PROJEKTE kaum vorstellen.

Die folgende Geschichte soll das Leben der Menschen gut verständlich wiedergeben. Sie vermittelt ein lebhaftes Bild von dem was es bedeutet unter solchen Umständen, wie sie dort im Moment noch herrschen, zu (über-)leben und welche Rolle die Hope Projekte im Leben dieser Menschen spielt.

Ezoel wacht auf und es ist dunkel. Es ist immer dunkel, wenn es für ihn Zeit ist aufzustehen. Kein elektrisches Licht kann diesen Zustand ändern, denn es gibt keins. Hier bei uns in Deutschland genügt ein kurzer Druck auf einen kleinen Schalter und die Finsternis muss dem Licht weichen. Es ist vier Uhr morgens und der Tag beginnt für Ezoel mit Holz suchen, damit der Vorrat nicht ausgeht. Danach gehört es auch zu seinen Aufgaben gemeinsam mit seiner Schwester Saida Wasser für die Familie zu holen.
Mit Kanistern bepackt machen sich beide auf den Weg, eine viertel Stunde hin und etwas länger dauert der Weg mit den gefüllten Kanistern zurück.
Das flackernde Licht der Feuerstelle erhellt nur einen kleinen Kreis vor der 12qm großen Familienhütte, jeder Lichtzentimeter wird von Mutter Lavizandry genutzt um das Frühstück bereiten zu können. Acht hungernde Bäuche, ihren mitgezählt,  wollen in Kürze gesättigt werden. Lavizandry ist froh, dass drei ihrer sechs Kinder in der Schule der HOPE PROJEKTE in Ambohitsara mit Mittagessen versorgt werden und in wenigen Monaten darf auch ihr Sohn Zazao dort am Vorschulunterricht teilnehmen. Sie sehnt den Zeitpunkt herbei, an dem auch ihre beiden Jüngsten, Cleric und Jallia zur Schule dürfen. Eigentlich wollten sie und ihr Mann Sergino, die Mädchen mit jeweils einem zahlungskräftigen Mann verheiraten, auch wenn dieser schon über 50 ist. Doch für Jallia gibt es wieder von der Schule den „Brautpreis“  so wie vorher schon für Saida und Zafiline.

„Brautpreis“ ist eine Besonderheit der Schule in Ambohitsara, sie fördert und belohnt gute Leistung der Schüler und Schülerinnen. Vor ein paar Jahren gab es noch sehr viele Schüler, welche die Schule der HOPE PROJEKTE mit 12 Jahren oder früher verlassen haben. Die Mädchen wurden verheiratet, und die Eltern     bekamen dafür 2 bis 3 Rinder, den sogenannten „Brautpreis“ (Moletry auf Madagassisch).  Wie der Mann aussieht oder wie alt er ist spielt dabei keine Rolle. Ein 18-jähriges, unverheiratetes Mädchen gilt dort als „sitzengeblieben“. Die Jungs werden als Rinderhirten „vermietet“, für den Preis von einem Rind im      Jahr. Aus diesem Grund bekommt jedes Kind an unserer Schule, das im    Jahreszeugnis einen Notendurchschnitt von 15 Punkten (20 ist die    Höchstpunktzahl) oder besser erreicht, eine Prämie von 100.000 Ariary, das entspricht 35€ und sind 1-2 Monatsgehälter eines Arbeiters. Zusätzlich wird das Schulgeld des letzten und kommenden Jahres gezahlt und die Schulmaterialien geschenkt. Die Zahl der Schulabbrecher ist seit der Einführung unseres „Brautpreises“ stark gesunken.
Fortsetzung folgt…

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